Bremen geht früh zu Bett

Ein Schriftsteller auf Reisen: Wieder mal Pech gehabt. Dabei hatte ich mich auf dem Weg in die Buchhandlung eigens nach einem Restaurant mit lesungskompatiblen Öffnungszeiten umgesehen und auch eines gefunden, das "bis 23:00" angab. Aber als die Lesung um 22:30 aus ist und ich dorthin komme - es sind nur ein paar Schritte - sagt mir die Kellnerin bedauernd: Die Küche hat schon Schluss gemacht; es war einfach zu wenig los.

So heißt es wieder mal, mit knurrendem Magen zurück ins Hotel, mit den Erdnüssen und dem Snickers aus der Minibar den schlimmsten Hunger dämpfen und aufs Frühstück hoffen. Und mich ärgern, dass ich nicht wenigstens davor ein Sandwich oder dergleichen gegessen habe. Aber vor einer Lesung habe ich eben oft überhaupt keinen Appetit - und während der Lesung merke ich dann, wie der Magen bei jedem Schluck Wasser revoltiert, als wolle er sagen: "Was soll ich damit? Ich will was Richtiges!"

Die Lesung selber war gut. Ein aufmerksames Publikum, ein angenehmes Ambiente - und die bisher beste Mikrofonanlage dieser Reise, die selbst ein Flüstern noch problemlos bis in die hinterste Reihe hörbar machte.