Während man für sein erstes "Baby" einen Verlag sucht, kann man jede Menge Trost gebrauchen, wenn mal wieder eine Absage im Briefkasten landet. Ich fand zu meiner Zeit Trost in einer Liste, die ich seither noch ein wenig ergänzt habe, und die ich hiermit für den Gebrauch in düsteren Stunden zur Verfügung stelle. Sie zeigt, dass anfängliche Absagen der Normalfall sind; auch die Besten mussten da durch.

Wer weitere Fallbeispiele beisteuern möchte: Nur her damit!


Autoren, die auf Anhieb Erfolg hatten:

  • Robert A. Heinlein – schrieb 1939 seine erste Kurzgeschichte „Life Lines“, die sofort im SF-Magazin „Astounding“ erschien. Ab da widmete er sich nur noch dem Schreiben. (Davor war er in mehreren Berufen, teils aus gesundheitlichen Gründen, gescheitert und praktisch bankrott.)
  • Ian Fleming – verkaufte die Rechte an seinem ersten Roman „Casino Royale“ (der erste Auftritt von James Bond) auf Anhieb. Der eigentliche Durchbruch kam allerdings erst mit dem fünften Roman „From Russia With Love“.

Autoren, die mit ihren Erstlingsromanen erst mal Absagen kassiert haben, ehe sie Erfolg hatten:
  • Richard Adams, „Watership Down“ – 13 Absagen von Verlagen, Absagen mehrerer Agenten. Es erschien bei einem kleinen Verlag mit einer Startauflage von 2.500 Exemplaren, weltweit wurden seither 15 Millionen Exemplare dieses Buches gekauft.
  • Meg Cabot, „The Princess Diaries“ – 17 Absagen
  • William Golding, „Lord of the flies“ – 20 Absagen. Erschien erst nach umfangreicher Überarbeitung. Der Autor erhielt später den Nobelpreis.
  • Thor Heyerdahl, „The Kon Tiki Expedition“ – 20 Absagen
  • J. K. Rowling, „Harry Potter“ – ein Dutzend Absagen von großen Verlagen. Der damals kleine Verlag Bloomsbury nahm das Manuskript an, angeblich auf Empfehlung der 8-jährigen Tochter des Inhabers, und startete mit einer Auflage von 500 Stück.
  • John Grisham, „A Time To Kill“ – abgelehnt von 28 Verlagen und 16 Agenten (floppte allerdings in der Erstausgabe zunächst; erst „The Firm“ wurde erfolgreich).
  • Frank Herbert, „Dune“ – 20 Absagen
  • Madeleine L’Engle, „A Wrinkle In Time“ – 26 Absagen
  • James Patterson, „The Thomas Berryman Number“ – 26 Absagen. Der Roman gewann danach den Edgar Award für den besten Erstlings-Krimi. Patterson hat inzwischen weltweit 150 Million Exemplare verkauft und hält mit 39 Romanen, die den ersten Platz der Bestsellerliste der New York Times schafften, den Rekord.
  • Robert Schneider, „Schlafes Bruder“ – 27 Absagen, danach internationaler Erfolg, in 25 Sprachen übersetzt und verfilmt
  • Umberto Eco, „Der Name der Rose“ – 36 Absagen
  • Margaret Mitchell, „Gone With The Wind“ – 38 Absagen
  • Jasper Fforde, „The Eyre Affair“ – 76 Absagen
  • Manfred Wieninger, österreichischer Krimiautor – erhielt in den ersten eineinhalb Jahren 83 Absagen, bis sich dann gleich zwei Verlage um sein Manuskript stritten.
  • Erich Maria Remarque, „Im Westen nichts Neues“ – 120 Absagen; es wurde das erfolgreichste Buch der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
  • R. M. Pirsig, „Zen and the Art of Motorcycle Maintenance“ – 121 Absagen; laut Guiness Book of Records das am meisten abgelehnte Buch, das später zum Bestseller wurde
  • Petra Hammesfahr fand nach 159 Absagen einen Verleger.
  • C. S. Lewis („Narnia“) erhielt angeblich 800 (!) Absagen, ehe er das erste Mal einen Text verkaufte.
  • Ray Bradbury ebenfalls. Er sagte von sich, er habe insgesamt über 1000 Absagen in seinem Leben erhalten.
  • Stephen King erhielt so viele Absagen für seinen ersten Roman „Carrie“, dass er ihn schließlich in den Papierkorb warf. Seine Frau rettete das Manuskript – und damit seine Karriere.
  • Doris Lessing (Nobelpreis für Literatur 2007) erhielt, als sie ihrem Verleger ein Manuskript unter Pseudonym einreichte, eine Absage.
  • Astrid Lindgren reichte im März 1944 das Manuskript von "Pippi Langstrumpf" beim schwedischen Verlagshaus "Albert Bonniers Förlag" ein. Es wurde abgelehnt.

Der Vollständigkeit halber will ich nicht unerwähnt lassen, dass ich selber etwa zwei Dutzend Absagen für "Die Haarteppichknüpfer" bekam, ehe der Schneekluth-Verlag zugriff. Tatsächlich besitze ich Absagebriefe von fast allen großen deutschen Verlagen, auch von denen, bei denen ich später Bücher veröffentlicht habe.



Hinweis: Die Artikel auf dieser Webseite sind das geistige Eigentum von Andreas Eschbach und dürfen nicht ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis reproduziert, kopiert, bearbeitet, veröffentlicht oder auf anderen Webseiten wiedergegeben werden. Ausgenommen hiervon sind Zitate im vom Urheberrecht erlaubten Umfang sowie Kopien für den eigenen Gebrauch, z.B. auf der eigenen Festplatte. Das Verlinken dieser Seite ist selbstverständlich gestattet.